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    Arzt will weiterhin Methadonpraxis an der Poppelsdorfer Allee – Klage gegen die Stadt

    By Redaktion | Mai 5, 2010

    Gegen die Entscheidung der Stadt, eine Methadonpraxis an der Poppelsdorfer Allee nicht zuzulassen, hat der betreffende Arzt Klage eingereicht. Obwohl er selbst dort wohnen will, scheint ihm die Meinung der Nachbarschaft und vieler Bonner egal zu sein.
    Immerhin ist die Poppelsdorfer Allee die Prachtmeile Bonns. Möglicherweise demnächst nicht mehr, wenn nicht nur im VfG sondern auch noch am Ende der Poppelsdorfer Allee substituiert wird (geplant: 100 pro Tag, auch am Sa, So). Die Stadt hat ihre Hilfe angeboten bei der Findung eines Alternativstandorts, wenn der betreffende Arzt sich an die Stadt wendet. Dass von einer zusätzlichen Methadonpraxis massive Beeinträchtigungen ausgehen, sieht man auch an dem Urteil zur Cassiusbastei.

    In einem anderen Fall (OVG Niedersachsen) wurden folgende Beeinträchtigungen festgestellt:

    - Dealer und Junkies dealen vor der Eingangstür des Hauses zum Café F. oder auf dem Fußweg,

    - die Heroinsüchtigen stellen ihre Fahrräder unbefugt auf ihrem Grundstück ab,

    - die Heroinsüchtigen stellen ihre Fahrräder und Mofas unbefugt im Souterraineingang ihres Grundstücks ab,

    - die Heroinsüchtigen stellen ihre Fahrräder unbefugt an ihren Fahrradständern ab,

    - Fahrräder, die sie oder ihre Mieter auf ihrem Grundstück abstellen, werden umgehend gestohlen,

    - durch die Menge der Heroinsüchtigen ist die Kriminalität angewachsen,

    - die Heroinsüchtigen verhindern ein freies Betreten ihres Hauses durch Sitzen auf der Hauseingangsschwelle. Hierbei kommt es zum „Sonnenbaden“ auf dem Fußweg oder auf dem Grundstück der Antragstellerin, zum längeren Sitzen auf dem Fußweg oder auf dem Grundstück der Antragstellerin sowie zu längeren Gesprächen, die teilweise sehr lautstark geführt werden, teilweise wird dabei auch gegessen und Alkohol getrunken,

    - die Heroinsüchtigen blockieren den Hauseingang durch unmittelbares Davorstehen, allein, zu zweit oder in Gruppen,

    - Zulieferer der in dem Haus der Antragstellerin ansässigen H. -Apotheke müssen sich bei der Lieferung erst den Weg durch die Heroinjunkies bahnen,

    - die Heroinsüchtigen lassen sich auf den Treppen zur Apotheke nieder, rauchen und trinken Dosenbier, sie lassen Unrat und Abfall zurück,

    - das in ihrem Haus ansässige Architekturbüro hat erklärt, dass ein Besuch von Bauherren, die durch eine Menge von Heroinjunkies durchgehen müssen, nicht mehr möglich ist,

    - viele der Heroinsüchtigen haben Hunde, die nicht mit in das Café F. dürfen. Diese Hunde werden von den Heroinsüchtigen vor dem Haus an einem alten Tor oder am Gartentor angebunden und verursachen dort ein teilweise derart lautes Gebell, dass ein Arbeiten und normales sich Aufhalten im Haus teilweise nicht mehr möglich ist,

    - die Heroinsüchtigen füttern ihre Hunde, indem sie ihnen Futter auf den Fußweg vor den Häusern werfen,

    - Lärmbelästigung erfolgt teilweise frühmorgens durch die Heroinsüchtigen, wenn sie ihr Methadon abholen,

    - ein Öffnen der Fenster in Richtung des streitgegenständlichen Nachbarhauses ist wegen der Lärmbelästigung oft nicht mehr möglich,

    - die Heroinsüchtigen gehen miteinander rabiat und bisweilen brutal um,

    - die Heroinsüchtigen spritzen sich das Rauschgift in ihrem Garten und lassen ihre Spritzen sowie zerschnittene Getränkedosen, die als Heroinkocher dienen, im Garten zurück,

    - die Heroinsüchtigen spritzen sich das Rauschgift im Souterraineingang ihres Grundstücks. Auch hier werden Spritzen und die als Heroinkocher umgestalteten Getränkedosen zurückgelassen,

    - die Heroinsüchtigen spritzen sich das Heroin offensichtlich vor der Eingangstür des Café F., weil die Blumenbehälter in ihrem Garten ständig mit Tupfern gefüllt sind,

    - gebrauchte Heroinspritzen werden in ihren Garten geworfen,

    - die Heroinsüchtigen vergraben und verstecken das Rauschgift auf ihrem Grundstück. So fand sie beim Beschneiden von Pflanzen einen großen Beutel mit Rauschgift im Erdreich. Die herbeigerufene Polizei erklärte lediglich, dass es sich hier um eine Bevorratung für den nächsten Schuss handelt,

    - die Heroinsüchtigen beschimpfen sie sowie ihre Mieter beleidigend und mit Drohgebärden kombiniert, wenn sie beobachtet werden,

    - obwohl so viele Heroinsüchtige in das Café F. und zur Methadonvergabe gehen, gibt es offensichtlich niemanden, der den immensen Dreck, d.h. Getränkedosen, Flachmänner, Zigarettenkippen der Heroinsüchtigen vor ihrem Grundstück sowie dem Nachbargrundstück entfernt,

    - eine große Anzahl von Heroinsüchtigen spucken und „rotzen“ auf den Gehweg und in ihren Hauseingang.

    Quelle: Niedersächsisches OVG

    Dies kann man sich auch bei 100 Patienten pro Tag vorstellen. Problematisch ist der Beikonsum, der oft stattfindet. Proben sollen leicht manipulierbar sein. Zudem ist Methadon-Substitution eine Langzeitbehandlung, die nur selten dazu führt, dass die Patienten irgendwann ohne auskommen. Deshalb wird in einigen Städten schon ein ganz anderer Weg gegangen.

    Vergessen darf man auch nicht, dass man hiermit viel Geld verdienen kann.

    Themen: Allgemein | 2 Kommentare »

    2 Responses to “Arzt will weiterhin Methadonpraxis an der Poppelsdorfer Allee – Klage gegen die Stadt”

    1. prosub Says:
      Mai 6th, 2010 at 12:01

      in welchen Städten wird denn schon ein ganz anderer Weg gegangen, vorallem was für ein Weg?
      Haben Sie Fakten die das belegen?

      Sie abeiten ehrenamtlich und unentgeltlich?

    2. michael schmidt Says:
      Januar 2nd, 2011 at 10:22

      Ich bin selber im Substitutionsprogramm und obwohl längst nicht alle Süchtigen kein Benehmen gelernt haben, muss ich zugeben das auch für mich, speziell die Wochenendvergaben aus genau den genannten Problemen, mitunter unerträglich sind. Es ist wirklich nicht möglich soetwas dauerhaft zu tollerieren, schon garnicht wenn man Kinder hat. Es geht ja auch zB.ein erhebliches Risiko von gebrauchten Spritzen im Blumenbeet aus. mfg
      Michael Schmidt

      PS.:Ich habe einige allgemeine Vorschläge um beiden Seiten das Leben erheblich zu erleichtern, wenn mir jemand hilft dafür Gehör zu finden wäre ich sehr dankbar.

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